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Elektroinstallation

28. August, 2020 in: Hausbau, KNX

Nach der Planung (1) (2) kommt die Umsetzung 😎 und die hat wirklich einiges an Zeit und Geduld gebraucht! Leider habe ich von der Umsetzung nicht sonderlich viele Fotos gemacht, allerdings ist es auch nicht wirklich etwas besonders, sondern im Prinzip immer wieder das Gleiche.

Gemeinsam mit meiner besseren Hälfte und deren Vision darüber, wie später die Möbel stehen werden und in Anlehnung an das Merkblatt zur Elektroinstallation in Wohngebäuden, haben wir fleißig Steckdosen, Lichtschalter, Wandlampen und Deckenlampen positioniert. Das ganze erfolgte ganz einfach für die einzelnen Räume jeweils als Skizze auf einem Blatt Papier, als wir im jeweiligen Raum gestanden haben, das machte es einfacher sich das Ganze vorzustellen. Später habe ich diese Skizzen dann noch in einen digitalen Grundriss übertragen.

Der Grundriss wurde in einem relativ einfachen Programm namens PCon Planner gezeichnet, leider bin ich mit den Möglichkeiten des Exports usw. später nicht mehr so zufrieden gewesen, aber es taugte zumindest für die Planung. Den exportierte Grundriss habe ich in Microsoft Visio als Hintergrund eingefügt und die einzelnen Symbole für Steckdosen, Lichtschalter und Lampen auf entsprechende eigenen Ebenen eingefügt. So ist es möglich sich z.B. nur die Lampen anzeigen zu lassen bzw. eben alles unwichtige einfach auszublenden.

Mit dem Plan bewaffnet ging es nun los in die einzelnen Räume. Für die Höhe der Steckdosen habe ich mir (aus ermangelung eines Stativs) ein Holzstück angefertigt, auf dem mein kleiner Kreuzlinienlaser platz gefunden hat. Die Dosen wurden alle mit einer 82mm Bohrkrone gesenkt, da so mehr Platz zum ausrichten ist. Hilfreich für Mehrfachdosen war hierbei die Schablone von Kaiser. Ich habe dabei die Positionen der Dosen jeweils mit einem 6mm Bohrer vorgebohrt und anschließend alle Dosen mit der Bohrkrone ausgebohrt. Der Führungsbohrer der Bohrkrone steht nur knapp über die seitlichen Ränder über, sodass das positionieren ansonsten leicht schief ging 😁

Nach Abschluss der „Dosensenkerei“ habe ich noch die Schlitze gefräßt, diese gehen jeweiles von den Dosen einfach Senkrecht nach oben zur Decke. Die Decke wird dazu später noch abgehängt, so erspare ich mir sehr viele Querschlitze und auch die Rohre für die KWL müssen ja irgendwo verlegt werden. Hierfür hatte ich eine günstige Schlitzfräse gekauft, die bisher wirklich gute Dienste geleistet hat. Das Verstellen der Schlitzbreite erfolgt über Distanzscheiben und ist etwas mühsam, daher habe ich aus Faulheit das nur initial 1mal gemacht für meine 25er Leerrohre. Die, für einfache NYM Mantelleitung, zu breiten Schlitze waren letzten endes auch wieder schnell zugeschmiert mit Rotband. Nach wirklich einigen Metern Schlitze in Hochlochziegel und Putz fräßen kann ich sagen, dass die Schlitzfräße immernoch einwandfrei läuft und die mitgelieferten Scheiben kaum Abnutzungsspuren aufweisen. Im Endeffekt war es so um einiges günstiger als sich eine professionelle Fräse aus dem Baumarkt zu leihen.

Eine gute Staubabsaugung ist aber wirklich notwendig! Bei meinem alten Kärcher Werkstattstaubsauger war bereits nach einem Schlitz ~2,3m Länge der Filter immer zu, sodass ich diesen nach jedem Schlitz ausklopfen musste, da er sonst kaum noch Saugkraft hatte. Für ~25€ habe ich dann bei Amazon so einen Zyklon Staubabscheider gekauft und auf einen alten ~30-40 Liter Blecheimer mit Deckel montiert. Das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen! Ein Großteil des Staubs und kleine Steinchen blieben im Eimer, nur sehr wenig kam im Staubsauger an. Einziger Nachteil war, das ich nun immer den Staubsauger und den Eimer rumschleppen musste 🤐

Erstmal musste natürlich Material besorgt werden, entsprechend meines Leitungsplans habe ich die einzelnen Längen abgeschätzt und losgekauft. Normale Feuchtraumleitung habe ich im Baumarkt besorgt, den Rest jedoch online bei diversen Onlineshops. Die gute Giulietta war mit dem Kofferraum voller Kupfer gut tiefergelgt (und vermutlich ein paar Euro mehr Wert).

Eingekauft wurden folgende Kabel und Leitungen:

  • 1000m H07V-K 2,5mm² Verdrahtungsleitung (in verschiedenen Farben)
  • 100m H07V-K 10mm² Verdrahtungsleitung (in verschiedenen Farben)
  • 400m KNX Busleitung
  • 200m Brandmeldeleitung
  • 100m 2x2x0,8mm² JY(ST)Y Fernmeldeleitung
  • 100m 4x2x08,mm² JY(ST)Y Fernmeldeleitung
  • 200m 2×2,5mm² Lautsprecherleitung
  • 300m 3×1,5mm² NYM-J Feuchtraumkabel
  • 800m 5×1,5mm² NYM-J Feuchtraumkabel
  • 100m 3×2,5mm² NYM-J Feuchtraumkabel
  • 200m 5×2,5mm² NYM-J Feuchtraumkabel
  • 150m CAT7 Simplex Netzwerkleitung
  • 200m CAT7 Duplex Netzwerkleitung
  • 600m Ölflex Classic 3×1,5mm² (Zuleitung für 24V LED)
  • 200m Ölfelx Classic 7×1,5mm² (Zuleitung für 24V RGBW LED)
  • 50m Unitronic LiYCY 2×0,75 mm² (Außentemperaturfühler der Heizung)

In Summe also etwa 4,5km an Leitungen, die verlegt werden wollten 😱

Was bleibt noch zu sagen, außer das ich einige Stunden damit verbracht habe die einzelnen Leitungen an die Decke zu friemeln. Leider hatte ich nämlich bereits in 3 Zimmern die Decken abgehängt bzw. die Unterkonstruktion erstellt, sodass ich die Leitungen darüber entlang fädeln musste! In den anderen Räumen ging das Verlegen der Leitungen doch einiges schneller von der Hand. Hier noch ein paar Bilder der Umsetzung.

Die Leitungen sammeln sich ziemlich zentral im Haus und gehen von dort aus in den Keller in den ehemaligen Vorratsraum. Die Leitungen sind dabei jeweils gruppiert und mit Bügelschellen an C-Schienen abgefangen. Die Leitungen kommen im Keller direkt auf einer Kabelrinnen heraus und werden zu der direkt daneben hängenden große Unterverteilung geführt.

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