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Von Anglizismen und einer Dörrpflaume

21. September, 2010 in: Allgemein, Persönlich, Schule, Studium

Es begann schleppend, in der Mittagspause traf ich Ronald und zum Ende hin wurde es wieder knapp. Ja, so verlief mein zweites Semester. Mitte März startete ich verschlafen in das Hochschulleben. Wie immer zu Beginn sind die Prüfungen noch in weiter ferne, die Tutorien haben noch nicht angefangen und die Professoren sind scheinbar auch etwas träge. Wenn dann aber die Skripten kopiert und verteilt sind, geht es aber auch schon richtig los.

Im Verlauf des Semesters, kommt es zwangsläufig dazu, dass die einer oder andere Vorlesung gähnend langweilig wird. Wenn sinnloses zeichnen oder mit dem Handy spielen ebenfalls langweilig geworden ist, dann versucht man andere Möglichkeiten der Beschäftigung. So begannen wir uns über die ordinäre Ausdrucksweise von Professoren zu wundern. Hier wird von Dingen gesprochen wie, parasitären Strömen oder abstrusen Gleichungen. Gleich mehrere lassen die Trivialität zu höchstform auflaufen, ich meine es wäre genauso leicht zu sagen, dass etwas nicht einfach zu verstehen ist; nein, es muss gesagt werden, dass etwas „nicht trivial“ ist. Ein weiterer Versuch des krankhaften aufpassens, praktizierte ich in Physik. Wo ich, die sich wiederholende Wortwahl des Profs, in einer Art Statistik festhielt. Ich war erstaunt, es kann doch nicht möglich sein, dass ein Professor alle 40 Sekunden ein Wort wiederholt. Und nicht nur eines – nein – gleich mehrere solcher Wörter gab es, wobei hier „Nagut“ eine besondere Stellung einnimmt, da hier die Betonung äußerst energisch und herausdringend war. Dem Nagut allein ist es zu verdanken, dass ich erst auf die anderen Wörter aufmerksam wurde!

Wenn das doch schon alles wäre, aber oft reicht den Professoren die deutsche Sprache nicht aus um ihr Wissen an uns zu bringen, so werden wir gefloodet mit Anglizismen. Da ist von Top-Down und Bottom-Up die Rede, genau wie von der Issue oder dem Mainstream. Die schöne, lebende Deutsche Sprache wird verhunzt mit all jenen Anglizismen und Modewörtern. Und dann ist da ja noch die Hure Duden, die jeden herein lässt, wenn er nur lange genug geduldet wird, wie Flatrate, Headset oder Account. Noch dazu fast schon grotesk eingedeutschte Wörter wie googlen oder twittern. Aber genug davon!

Ich belegte das Wahlpflichtfach Englisch für Ingenieure, da man während der Studienzeit mindestens drei belegen sollte. Meine Komilitonen und ich sind davon ausgegangen, dass es sich bei der Lehrkraft um einen jüngeren Herrn handelt. Beim ersten stattfinden kam ich etwas zu spät und wurde von einem Freund mit folgenden Worten empfangen „Ey, das is gar kei Typ! Des is so ne alte schrumpelige, verdörrte Pflaume, was wir da haben!“. Ab diesem Zeitpunkt war Englisch für uns gelaufen, der Anspruch war auch nicht sonderlich hoch und aus mehr als Texte lesen bestand der Unterricht eigentlich nicht.

Die Prüfungen starteten schwierig, verliefen sich etwas und endeten doch ganz gut. Beinahe alle Fächer bestand ich mit Bravour, selbst mein Hinkefuß Grundlagen der Elektrotechnik II verlief gut. Anders dagegen der anfänglich unterschätzte „Selbstläufer“ Digital- und Mikrocomputertechnik I, welcher eher zu einem riesigen, unüberwindbaren Klotz mutierte. Wie heißt dieses Spiel? 4Gewinnt! Also nun erstmal den Rest der Ferien genießen und dann im dritten Semester endlich richtig durchstarten nicht wahr Alex? Wir werden dich missen! Wiedermal alle verstaubten Vorsätze herrauskramen und sein Bestes geben! Aber genug vom Lernen, es sind noch Ferien, ich sollte wohl noch etwas Spaß haben, aber aufräumen müsste ich auch mal wieder?

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Ein Kommentar zu “Von Anglizismen und einer Dörrpflaume”

  1. Schlüsseldienst in Husum
    9. Januar 2015 um 11:33 Uhr

    ins Schwarze getroffen ! 🙂
    Laura

    Antworten

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